28. Internationale Buchmesse in Turin

28. Internationale Buchmesse in Turin

Beitrag von Tatjana Heckmann | Mai 2015

Deutschland ist Ehrengast 2015!

Wenn sich am 14. Mai 2015 die Türen zum „Salone Internazionale del Libro di Torino“ öffnen, ist Deutschland zum ersten Mal als Ehrengast auf dieser Veranstaltung vertreten. Fünf Tage lang dreht sich im Messe- und Kongresszentrum Lingotto alles um deutsche und italienische Literatur. Weltweit bekannt ist der Veranstaltungsort in erster Linie als ehemaliger Standort des Automobilkonzerns Fiat. Im Stadtteil Lingotto, im Süden der piemontesischen Millionenstadt, befand sich über Jahrzehnte die Produktionsstätte des italienischen Autobauers.

25 deutsche Schriftsteller zu Gast in Italien

Für das Gastland sind in diesem Jahr 25 deutsche Autorinnen und Autoren vor Ort im Norden Italiens – darunter so namhafte Schriftsteller wie Frank Schätzing, Daniel Kehlmann und Katja Petrowskaja, deren Bücher erst kürzlich auf Italienisch erschienen sind. Darüber hinaus präsentieren sich 43 deutsche Verlage (u. a. Droemer Knaur, Herder, Hanser, Kiepenheuer & Witsch, Random House, Rowohlt, Suhrkamp, Tessloff und Wagenbach) mit mehr als 20 aktuellen Buchtiteln in italienischer Übersetzung.

Der interaktive deutsche Pavillon soll den Schriftstellern die Möglichkeit geben, mit italienischen Lesern ins Gespräch zu kommen; diese haben außerdem Gelegenheit, in einer Buchhandlung am Deutschen Stand zu stöbern oder eine Ausstellung des Wagenbach-Verlages zu besuchen. Der Verlag Klaus Wagenbach hat sich seit seiner Gründung 1964 insbesondere mit der Übersetzung italienischer Literatur einen Namen gemacht hat und bietet in seinem Gesamtprogramm Italien derzeit rund 800 lieferbare Titel an.

Buchübersetzungen

Die geschäftlichen Beziehungen zwischen deutschen und italienischen Verlagen sind denkbar gut: Jährlich werden mehrere Hundert Titel vom Italienischen ins Deutsche und umgekehrt übersetzt und auf den Markt gebracht. Das Interesse der Leser am jeweils anderen Land ist ungebrochen. So ist es nur folgerichtig, dass es einen Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis für die besten literarischen Übersetzungen in beiden Ländern gibt, der in diesem Jahr bereits zum 8. Mal verliehen wurde. Anlässlich der Preisverleihung im Berliner Bode-Museum im März 2015 betonte der italienische Kulturminister Dario Franceschini „die wesentliche Rolle in der Annäherung der Zivilgesellschaften beider Länder, die Übersetzern als Vermittlern von Ideen zukommt.“

Die internationale Buchmesse in Turin bietet eine hervorragende Plattform für den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Italien – einen Austausch, der ohne den Einsatz von Dolmetschern und Übersetzern so nicht stattfinden könnte.