Der Untergang der Andrea Doria: Eine Ausstellung in Genua

Der Untergang der Andrea Doria: Eine Ausstellung in Genua

„La nave più bella del mondo“

Noch bis zum 31. Mai 2017 zeigt das Galata Museo del Mare eine bemerkenswerte Ausstellung zur Schiffskatastrophe des italienischen Luxusliners „Andrea Doria“ vor 60 Jahren.

Nachdem die italienische Flotte im Zweiten Weltkrieg die Hälfte ihrer Schiffe verloren hatte, wurden dringend neue Schiffe benötigt, insbesondere für die Passage über den Nordatlantik. Und so lief die Andrea Doria nach eineinhalbjähriger Bauzeit im Frühsommer 1951 in Genua vom Stapel. Das seinerzeit größte, schnellste und luxuriöseste Schiff der Welt verkehrte regelmäßig auf der Route Genua – New York.

Die letzte Nacht der Andrea Doria

Nur fünf Jahre später – in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 1956 – wird das Schiff im dichten Nebel von dem schwedischen Dampfer „Stockholm“ gerammt. Sein Bug bohrt sich tief in die Seite der Andrea Doria und reisst das Schiff von oben bis unten auf. Mehrere hundert Tonnen Meerwasser dringen ein und der Ozeanriese gerät rasend schnell in Schräglage. Die anschließende Rettungsaktion gilt bis heute als die größte der zivilen Seefahrt: von insgesamt 1706 Passagieren und Besatzungsmitgliedern können 1660 Personen gerettet werden. Kapitän Piero Calamai ordnet während der Evakuierung an, dass die Beleuchtung bis zum Schluss angeschaltet bleibt, damit sich Passagiere und Rettungskräfte auf dem sinkenden Schiff besser orientieren können. Mit schwerer Schlagseite geht das Schiff nach 11 Stunden mit hellerleuchteten Decks unter und liegt noch heute 80 Meilen vor Nantucket auf dem Meeresgrund.

Der Ausstellung in Genua gelingt es auf eindrucksvolle Weise, der Atmosphäre dieser verhängnisvollen Nacht nachzuspüren. So müssen die Besucher auf ihrem Rundgang insgesamt zwei Stockwerke über einen schrägen Gang überwinden – dies soll die Mühen der Passagiere nachvollziehbar machen, die sich auf dem auf der Seite liegenden Schiff zu den Rettungsbooten vorankämpften. Originaltonaufnahmen, zahlreiche Fotos vom Unglücksort sowie persönliche Gegenstände und Tagebuchaufzeichnungen von Passagieren und Besatzungsmitgliedern vervollständigen das Bild dieser tragischen Katastrophe.

Auch wenn das Unglück seinerzeit die Massenmedien beherrschte, ist es heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Für Italien und besonders die Hafenstadt Genua ist es jedoch immer noch ein bewegender Teil der nationalen Geschichte – das zeigte auch die Anwesenheit einiger Überlebender von damals am Eröffnungstag ganz deutlich.

Andrea Doria 1952 Fondazione Ansaldo  Ausstellungsraum Galata Museo del Mare

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Bildquellen: Mit freundlicher Genehmigung der Fondazione Ansaldo und des Galata Museo del Mare